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Kameramann | Ausbildung | werden | Director of Photography

Wie wird man Kameramann (Director of Photography, kurz „DOP“) für Film und Fernsehen? Hier erfährst du alles zur Ausbildung!

Du willst Kamerafrau oder Kamermann werden (nachfolgend schreibe ich der Einfachheit weiter mit "Kameramann"; nehmt es mir bitte nicht böse, denn ich möchte interessierte Frauen mit meinem Beitrag ebenso ansprechen) und eine entsprechende Ausbildung als Director of Photography, kurz „DOP“ absolvieren? Wer sich diese Frage stellt, bekommt in diesem Blogbeitrag eine zusammengefasste Übersicht, was den Job eines DOP ausmacht und was man tun sollte, um diesen Beruf ausüben zu können.

Welche Aufgaben hat ein Kameramann bzw. Director of Photography (DOP) eigentlich?

Um einen Film zu produzieren, braucht man viele Personen mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten und Talenten. Neben der Regie kommt dabei dem DOP eine zentrale Rolle zu, damit ein Film gelingt.

Der Kameramann hat in erster Linie die Aufgabe, zusammen mit der Regie, eine Geschichte mit Bildern zu erzählen, egal, ob für Werbespots, Imagefilme oder Fernsehproduktionen. Das heißt er muss die richtigen Bilder finden, um die Erzählung am besten zu bedienen. Er muss auch darauf achten, die richtigen Bilder für die beabsichtigten Emotionen zu definieren. Gleichzeitig bestimmt der DOP auch den gesamten Look des Films.

Alles in allem handelt es sich um eine höchst künstlerische Tätigkeit, die aber auch viel Wissen in Technik und Physik (vor allem in Optik) abverlangt. Der DOP muss in der Lage sein, Bilder zu sehen, die noch keiner vor ihm gesehen hat. Er muss diese auch an sein Team verständlich kommunizieren können, damit es ihm hilft, seine Vision zu realisieren. Wer hier kein Teamplayer ist, wird niemals zu einem erfolgreichen Kameramann.

Außerdem wichtig zu wissen: Kameraleute sind fast ausschließlich als Freiberufler nach § 18 EStG und § 1 PartGG tätig und nur in seltenen Fällen festangestellt. Das heißt, dass man immer für sich selbst und seine Projekte sorgen muss. Mit all seinen Vor- und Nachteilen, die eine freiberufliche Arbeit mit sich bringt.

Welche Ausbildung muss man machen, um Kameramann oder Director of Photography zu werden?

Die gute Nachricht als erstes: Um DOP zu werden, braucht man keine besondere Ausbildung. Es gibt sehr viele Kameraleute, die ohne Studium erfolgreich geworden sind. Denn der Beruf des Kameramanns ist staatlich nicht geschützt (im Gegensatz zu Ärzten, Anwälten usw.). Wer einen Film als Kameramann realisieren will, kann dies jederzeit und ohne Auflagen tun. Ob für private oder gewerbliche Zwecke, spielt dabei keine Rolle.

Jetzt kommt das große ABER: Um DOP zu werden, empfiehlt es sich dennoch, ein entsprechendes Studium in Angriff zu nehmen. Die wichtigsten Gründe sind wie folgt:

Netzwerk: Das mit Abstand wichtigste Kapital von Filmemachern (Regisseure, Produzenten, Kameraleute, …) ist das Netzwerk. Hat man keinen großen Namen, dann braucht man zumindest ein großes Netzwerk. Sonst lässt sich kein Geld verdienen. Mit Hilfe eines Studiums legt man genau hierfür schon mal den wichtigsten Grundstein. Denn man ist umgeben von (zukünftigen) Filmemachern und jeder weiß darum, dass ein Netzwerk überlebensnotwendig ist. Entsprechend schnell finden sich dabei Kontakte, die durchaus auch ein Leben lang halten.

Ausbildung: Man lernt auch was. Zwar kann man sich schon extrem viel Lernmaterial aus dem Internet besorgen, doch einige Hochschulen sind in der Lage, nicht nur viel Theorie, sondern auch sehr viel Praxis zu bieten. Und Praxis ist immer die beste Möglichkeit, um sich weiterzuentwickeln.

Austausch: Während des Studiums gibt es genügend Zeit, gleichgesinnte kennenzulernen und sich kreativ auszutauschen. Man kann sich diverse Konzepte ausdenken, diese diskutieren und vielleicht auch verwirklichen. Jedenfalls ist das Studium auch eine tolle Möglichkeit, um das Medium Film an sich noch besser zu begreifen.

Rechtliche Hürden: Viele Filmproduktionen (vor allem Dokus, Serien und Spielfilme) werden in Deutschland durch staatliche Fördermittel realisiert. In den Fördermittelvorschriften muss nicht selten nachgewiesen werden, welche Ausbildung die wichtigsten beteiligten Personen mitbringen. Vor allem die Posten für Regie und Kamera sollten mit Personen besetzt werden, die das entsprechende Fach auch studiert haben. Ansonsten droht die Verweigerung der Gelder. Produzenten sind daher häufig dazu angehalten, nur studierte Experten für ein Filmprojekt einzusetzen.

Welche Ausbildungsstätten gibt es?

Der Beruf des Kameramanns ist in der Regel an ein Studium gebunden, welches man mit einem Bachelor oder Master abschließen kann. Die klassische Ausbildung zu einem DOP gibt es schon mal nicht. Der Ausbildungsweg „Mediengestalter für Bild und Ton“ ist dafür nicht spezifisch genug.

Folgende Möglichkeiten stehen zur Verfügung:

Allgemeine Universität: Viele Universitäten haben Studiengänge mit Bezug zu Medien im Angebot, wie beispielsweise Kommunikations- und Medienwissenschaften. In diesen gibt es dann eigene Module in Richtung „Film“. Jedoch handelt es sich dabei um einen rein wissenschaftlichen und theoretischen Blick auf die Filmwirtschaft. Für zukünftige Kameramänner ist dies eher ungeeignet.

Filmuniversität / Fachhochschule: In Deutschland gibt es eine Hand voll Universitäten bzw. Fachhochschulen, die sich nur auf Filmproduktionen spezialisiert haben. Diese kleine Auswahl ist in Deutschland hoch angesehen und genießt teilweise auch weltweit einen exzellenten Ruf. Erfahrene Profis aus Wissenschaft und Wirtschaft bilden einen hier zum Kameramann aus. Neben der theoretischen Vermittlung, erhält man auch mehrere Möglichkeiten, eigene Filmprojekte zu realisieren. Durch Absprachen zwischen Universität und Wirtschaft wird man auch von namhaften Filmproduktionen und bekannten Marken unterstützt. Die renommierten Einrichtungen sind wie folgt:

Filmuniversität Konrad Wolf

 

DFFB Berlin

 

 IFS Köln

 

 Filmakademie Ludwigsburg (Die Nr. 1 für Werbefilme)

 

HFF München

 

Allgemeine Kunsthochschulen: Neben den spezialisierten Filmhochschulen gibt es noch allgemeine Kunsthochschulen, die sich nicht nur auf Film und Fernsehen beschränken, sondern noch viele weitere Kunstformen als Studiengänge anbieten. Des Öfteren findet sich dabei auch ein passender Studiengang für Kamera oder Fotografie, wobei die Qualität und Tiefe aber nicht an die oben genannten Filmhochschulen heranreicht. Auch die Ausstattung, um Filme während des Studiums zu realisieren, ist in der Regel wesentlich eingeschränkter. Die Qualitäten variieren aber auch sehr stark von Kunsthochschule zu Kunsthochschule, weshalb es sich immer lohnt, einen genauen Blick auf das jeweilige Ausbildungsangebot zu werfen. Einige Studiengänge bilden hervorragende Fotografen aus, von denen man auch als angehender Kameramann viel lernen kann.

Private Hochschulen: Private Hochschulen haben nicht selten eine sehr gute Ausstattung, kosten dafür aber auch eine Menge Geld. Die Qualität der Ausbildung variiert ebenfalls sehr stark zwischen den verschiedenen Angeboten. Einige Studiengänge sind besonders auf Kamera oder Fotografie spezialisiert und können durchaus viel vermitteln. Auch hier lohnt sich immer ein genauer Blick auf das jeweilige Angebot. Wichtig: Achtet bei diesen Angeboten darauf, dass der Abschluss staatlich anerkannt ist!

Wie man sieht, stehen mehrere Wege und Mittel offen, um Kameramann oder allgemein ein Filmemacher zu werden. Wer die Studienzeit noch vor sich hat, sollte sich definitiv mal mit einem möglichen Studium auseinandersetzen.

Für wen ein Studium keine Option darstellt, kann es mit einem Quereinstieg versuchen. Bei klassischen, großen Filmproduktionen, beginnt man in der Regel als Kamera-Assistenz und arbeitet sich dann Stück für Stück hoch.

Wer lieber in die Werbung will, versucht erstmal irgendwelche Auftraggeber zu finden, die einen Film brauchen. Auf diese Weise haben mein Geschäftspartner Matthias und ich auch angefangen, obwohl wir beide nichts mit Film und Fernsehen studiert haben.

In diesem Sinne, viel Erfolg für alle Interessenten.

Euer Picmention-Team

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